Foto: pixelio.de/Rainer Sturm

Wissenschaftler der Universitäten Leipzig und Montreal haben in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass die Form unserer Ohren einen großen Einfluss darauf hat, wie das Gehirn die Lage eines Tones im Raum berechnet. „Töne aus verschiedenen Richtungen treffen unterschiedlich auf die äußeren Bereiche unserer Ohren. Die Ohrmuschel reflektiert durch ihre unregelmäßige Form den Schall in den Gehörgang. Dadurch entsteht ein kurzes Echo, das die Klangfarbe ändert“, erklärt Marc Schönwiesner von der Universität Leipzig. Das Gehirn lerne diese kleinen Unterschiede und assoziiere sie mit den verschiedenen Richtungen. In den Versuchen der Forscher wurde die Form der Ohrmuschel durch ein Silikonstück verändert. Vor dieser Veränderung konnten die 15 Versuchsteilnehmer die Töne recht präzise verorten, was ihnen mit den eingesetzten Silikonstücken dann kaum mehr gelang. Erst nach ein paar Tagen hatten die Teilnehmer ihr Gehör an die neuen Ohrformen gewöhnt und orteten die Töne wieder richtig. Diese Erkenntnisse könnten nicht nur Aufschluss darüber geben, wie das Gehirn lerne, sich an neue Bedingungen anzupassen, sondern auch helfen, die Hörgeräte und die Gewöhnung an diese zu verbessern. AH

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