Der mit 3.000 Euro dotierte zweite Preis des Possehl-Ingenieurpreises 2025, der seit 1983 herausragende Abschlussarbeiten an der Technischen Hochschule Lübeck würdigt, ging an Wilhelm Frommholz im Studiengang Hörakustik der Technischen Hochschule Lübeck für seine Bachelorarbeit zum Thema „Untersuchung des lichtbasierten Bildgebungsverfahrens (fNIRS) bei Kleinkindern während der Sprachwahrnehmung: Beurteilung der Wirksamkeit neuartiger Features“. Die frühe Phase des Spracherwerbs ist für die kindliche Entwicklung von zentraler Bedeutung. Gerade Kleinkinder mit ausgeprägten Hörproblemen, die auf Hörsysteme angewiesen sind, können noch nicht zuverlässig rückmelden, ob diese optimal eingestellt sind. Bis ein ausreichendes Sprachverständnis aufgebaut ist, vergeht wertvolle Zeit. Das ist ein Verzögerungsfaktor, der die weitere Entwicklungsprognose der Kinder nachhaltig beeinflussen kann. In seiner Forschungsarbeit verwendet Wilhelm Frommholz das Verfahren Functional Near Infrared Spectroscopy (fNIRS), mit dem sich neuronale Aktivität messen lässt. Dabei wird ohne Mitwirkung des Kindes dessen Unterscheidungsfähigkeit für Sprachsignale untersucht. In seiner Arbeit betreute er Hörexperimente mit Kindern, wertete die Datensätze aus und fand heraus, dass das Feature Maximalamplitude der vielversprechendste Kandidat für eine klinische Anwendung des Systems ist.
