Das Bundeskartellamt hat am 28. Mai Geldbußen in Höhe von insgesamt rund 115 Millionen Euro gegen fünf Brillenglas-Hersteller, sieben verantwortliche Mitarbeiter sowie den Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) verhängt, teilte das Bundeskartellamt am 10. Juni mit. Bei den Unternehmen handelt es sich um die führenden Brillenglas-Unternehmen in Deutschland: Rodenstock GmbH, München, Carl Zeiss Vision GmbH, Aalen, Essilor GmbH, Freiburg, Rupp+Hubrach Optik GmbH, Bamberg, und Hoya Lens Deutschland GmbH, Müllheim.

Nach den Ermittlungen des Bundeskartellamts haben die Brillenglas-Unternehmen an zwei kartellrechtswidrigen Absprachen teilgenommen: Bei regelmäßigen Treffen erfolgte ein Austausch zu einer Vielzahl von Wettbewerbsparametern und Informationen über das jeweilige Marktverhalten, etwa eine Abstimmung über wettbewerbsrelevante Themen wie Preise, Rabatte und Garantiebedingungen. Durch diesen Austausch »wurde der Preis- und Konditionenwettbewerb zwischen den fünf großen Brillenglasherstellern in Deutschland (...) eingeschränkt«, so das Kartellamt. Darüber hinaus trafen die fünf Brillenglas-Hersteller zusammen mit Vertretern des Zentralverbands der Augenoptiker (ZVA) eine weitere wettbewerbswidrige Absprache hinsichtlich der »Unverbindlichen Preisempfehlungen«, die den Preis bestimmt, welchen der Kunde beim Optiker für die Brillengläser bezahlen muss. Das Bußgeld wurde am sogenannten tatbezogenen Umsatz orientiert. Durch Kooperation bei der Aufklärung der Vorwürfe wurden einigen Firmen eine Reduktion ihrer Geldbuße gewährt; zwei Firmen sowie der ZVA haben sich zur einvernehmlichen Verfahrensbeendigung bereit erklärt, wodurch die Geldbußen nochmals reduziert werden konnten. red

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