Der European Songcontest (ESC) ist nur ein Singwettbewerb von vielen. Doch hat sich der ESC seit Jahren auch als ein internationaler Wettbewerb etabliert, bei dem Randgruppen im Rampenlicht stehen: Ob Gruselrocker, Dragqueen oder Menschen mit Behinderung.


Der Name ist ein Zungenbrecher für jeden Nicht-Skandinavier: Pertti Kurikan Nimipäivät. Kurz PKN. Die finnische Punkband, die Gitarrist Pertti Kurikan an seinem Namenstag (Nimipäivät) gründete, hat den ESC-Vorentscheid in Finnland gewonnen und fährt am 23.5. zum Wettbewerb nach Wien. Soweit wäre das keine Meldung. Doch die vier Punker unterscheiden sich von ihren Mitbewerber nicht nur dadurch, dass ihr Stück „Aina muun pitää“ („Immer muss ich“) nur knackige 90 Sekunden lang ist. PKN besteht aus drei Musikern mit Down-Syndrom und einem Autisten.

Die vier Männer im mittleren Alter sind ein gutes Beispiel für Inklusion, wie sie die Veranstalter des am Samstag (21.3.) stattfindenden Welt-Down-Syndrom-Tags fordern. Denn PKN sind nicht nur in Finnland bekannt, sondern waren unter anderem auch schon in Deutschland auf Tour. Mit ihrer Begeisterung für Punkrock und ihre ehrlichen Art – wie man im 2013 erschienen Film „Punk Syndrom“ sehen konnte –, haben sie sich europaweit Fans erspielt.

Dass PKN Musik machen, ist dennoch bemerkenswert. Denn bei Kindern mit Down-Syndrom ist häufig auch das Gehör beeinträchtigt. Um die Betroffene bestmöglich behandeln und fördern zu können, ist es deshalb umso wichtiger, die eventuelle Hörminderung möglichst frühzeitig zu erkennen.

Das Neugeborenenhörscreening, welches in den ersten vier Tagen nach der Geburt durchgeführt werden sollte, ist die beste Möglichkeit hierzu. Dies ist besonders wichtig bei Kindern mit Down-Syndrom, da drei Viertel der Kinder eine leichte oder mittelgradige Schwerhörigkeit haben. Nach Auffassung vieler Betroffener wird diese Hörbeeinträchtigung allerdings zu spät bemerkt, sodass sie häufig erst im Schulalter entdeckt wird. Bei Kindern mit Trisomie 21, der wissenschaftliche Bezeichnung für das Down-Syndrom, sei es daher ratsam, einmal im Jahr das Gehör überprüfen zu lassen - auch bei Erwachsenen.

Eileen Passarelli

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