Mit ihrem Unternehmen Flow-Med, das elektronisches Pflegezubehör für Hörsysteme herstellt, waren Frank und Meiko Panitzsch für einen der wichtigsten Gründerpreise Deutschlands nominiert. Die Pflege für Hörsysteme sei für viele Kunden ein lästiges Muss. Wie die beiden das ändern wollen, haben sie im Gespräch mit der "Hörakustik" gesagt.


Hörakustik: Frank Panitzsch, Sie und Ihr Sohn Meiko stellen seit 2010 Trockenboxen für Hörsysteme her – ein Zubehörprodukt, das nicht jeder Hörgeräteträger zwingend braucht. Oder?

Frank Panitzsch: Die Pflege für Hörsysteme ist ein lästiges Muss. Das macht keiner wirklich gern – gerade alte Leute nicht, die ja im Wesentlichen betroffen sind. Nun hat man die Wahl: Entweder es fallen Hörgeräte aus und Kunden sind unzufrieden, das Produkt hat nur eine kurze Lebenszeit. Oder man implementiert beim Kunden eine leichte und einfache Pflege. Genau dort setzen wir an: Wir machen diese Pflege für den Kunden so einfach wie möglich, zum Beispiel dadurch, dass unsere Geräte nur eine Taste haben. Alles andere läuft prozessorgesteuert und vollautomatisch ab. Das heißt: abends Hörsysteme rein, Taste drücken, schlafen gehen, morgens aufstehen, die getrockneten Hörsysteme rausnehmen und den Tag neu starten.

Meiko Panitzsch: Früher war es so, dass Sie zu einem Hörgerät eine kleine Tasche bekommen haben, in der unter anderem Feuchttücher und oft auch irgendwelche Trockenkapseln waren. Dann kamen elektronische Pflegeprodukte auf den Markt, und man hat den Mehrwert gesehen. Mittlerweile geben die meisten Hörgeräteakustiker zu jedem Hörsystem so eine Box mit. Selbst die Hörsystemhersteller sind inzwischen größtenteils der Meinung, dass Hörsysteme getrocknet werden müssen. 

Hörakustik: Sie sind nicht der einzige Anbieter von elektronischem Pflegezubehör in der Hörgeräteakustik. Was macht die Flow-Med-Trockenboxen besonders?

Frank Panitzsch: Das Wirkprinzip ist eigentlich alt, das ist die Konvektion: Durch Wärme findet im Inneren der Boxen Luftbewegung statt, über diese warme Luft werden die Hörsysteme getrocknet. Additiv haben wir UV-C-Licht, mit dem wir eine Keimreduktion um 99,9 Prozent erreichen. Diese Kombination – Trocknung der Hörsysteme als Hauptfeature plus ultraviolette Strahlung im keimabtötenden Bereich – macht das Produkt aus.

Hörakustik: Dass der Kunde von den Flow-Med-Produkten profitieren kann, haben Sie beschrieben. Welche Vorteile hat der Hörgeräteakustiker, der Ihre Trockenboxen im Sortiment hat?

Frank Panitzsch: Zum einen schafft er sich einen zufriedenen Kunden, also das, was wir in der Branche wirklich brauchen. Dann erspart er sich im Tresenbereich den Disput mit einem Kunden, dessen Gerät durch Nicht-Trocknung ausgefallen ist. Zudem bieten wir dem Kunden an, dass sein privates Label auf dem Pflegezubehör zu Hause beim Kunden präsent ist. Letztlich können aber auch die Hersteller partizipieren. Denn in den ersten zwei Jahren, in denen Garantie ansteht – wobei Feuchteschäden kein Garantiefall sind, aber ein Kulanzfall für die Industrie –, verursacht dieses Thema dort zwei bis drei Prozent Ausfallkosten. Wenn man sich das sparen kann und dann noch den zufriedenen Kunden sieht, dann gewinnen wirklich alle Seiten.

Hörakustik: Wie war Ihr eigener Start in der Branche – als junges Unternehmen mit einem neuen Produkt?

Meiko Panitzsch: Wir hatten 2010 die Vorstellung, dass wir mit unseren Produkten gleich die großen Firmen erreichen und alle völlig begeistert sind (lacht). Letztlich haben wir festgestellt, dass die Branche eben doch so konservativ ist, dass man sich seine Partner und Zulieferer sehr, sehr genau anschaut. Deshalb hat es etwas gedauert, bis die Großen uns vertraut haben.

Juliane Rusche


Das gesamte Interview gibt es im aktuellen Heft. Hörakustik - einfach mehr wissen.

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