Ein Tinnitus ist für Betroffene nicht nur ein lästiges, sondern auch ein belastendes Ohrgeräusch. Dass das ständige Klingeln, Rauschen, Pfeifen oder Brummen im Ohr Einfluss hat auf den Umgang mit Emotionen, bestätigt nicht nur eine aktuelle Studie. Auch Volker Albert, Präsident der Deutschen Tinnitus-Liga kennt den Ärger mit dem Tinnitus.

Emotionen werden im Gehirn eines Tinnituspatienten anders verarbeitet als bei Personen ohne Tinnitus. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der US-amerikanischen University of Illinois. Die Wissenschaftler stellten fest: Das Gehirn eines Menschen mit Tinnitus leitet Gefühlsreize um und aktiviert komplett andere Areale als bei Nichtbetroffenen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese neu entdeckte Wechselwirkung auch neue Wege der Tinnitusbehandlung eröffnen könnte.

Die Folge: Die Gefühlsreize im Gehirn werden umgeleitet, sodass das ständige Ohrgeräusch das Gehirn nicht ständig nervt. Grund dafür sei, dass die Sensibilität der Amygdala herunter reguliert würde, damit das Ohrgeräusch nicht ständig negative Gefühle auslöse. Emotionale Reize von außen würden dafür in andere Hirnareale umgeleitet, um diese Abstumpfung zu kompensieren.

Was kann der Hörakustiker für einen Kunden mit Tinnitus tun? Volker Albert empfiehlt unter anderem ein Bewusstsein für das eigentliche Handicap der Betroffenen zu entwickeln, um so zielgerecht Unterstützung anbieten zu können. Beim Erstellen des Tonaudiogrammes Achtsamkeit wahren und Offenheit zeigen für die Fragen der Betroffenen.

Impressum | Datenschutz | Kontakt | Abonnieren | Mediadaten

© 2018 hoerakustik.net