An der Universitätsmedizin Halle steht die Hörsturztherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten aus der Gruppe der Glukokortikoide auf dem Prüfstand. Seit fast 50 Jahren wird Hörsturzpatienten Kortison in Tablettenform, aber auch per Infusion oder als Spritze ins Mittelohr verabreicht. Nach Angabe von Professor Dr. Stefan Plontke, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Universitätsmedizin Halle sei jedoch unklar, ob die gängige Standardtherapie tatsächlich effektiv sei.
Unter Leitung der Universitätsmedizin Halle und in Kooperation mit dem Deutschen Studienzentrum für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DSZ-HNO) startet deshalb eine groß angelegte CORTEBO-Studie in zahlreichen Zentren mit 218 Patienten. „Die Teilnehmenden erhalten zehn Tage lang entweder die gängige Standardtherapie mit Prednisolon oder ein Placebo. Einen Monat nach Behandlungsbeginn wird gemessen, wie sich der Hörverlust in den besonders betroffenen Tonhöhen verändert hat. Auch das Sprachverständnis und die Lebensqualität der Betroffenen sind Gegenstand der Auswertung“, erklärt Studienleiter Plontke.
Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit mehr als 2 Mio. Euro. Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. begleitet die Studie als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation und wichtige Partnerin aus Patientensicht.
