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Bereits 2009 konnten Schweizer Forscher beweisen, dass Geigen aus neuem, von einem Pilz befallenen Holz genauso klingen wie eine weltberühmte Stradivari. Nun wollen sie mit Schwingungsmessungen und Psychoakustik den wissenschaftlichen Nachweis dafür erbringen. Der Schweizer Geigenbauer Michael Rohnheimer und der Pilz- und Holzforscher Francis Schwarze von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hatten bei den 27. Osnabrücker Baumpflegetagen den sensationellen Klang der sogenannten „Pilzgeige“ bei einem Vergleichstest beweisen können. Dabei entschieden sich 90 von 180 Testhörern für die Geige „Opus 58“, die über neun Monate lang mit Pilzen behandelt wurde. Die Pilze sollen die Zellstruktur verändern und die Dichte des Holzes verringern, sodass das Holz homogener und der Klang runder und wärmer werde. Lediglich 39 Stimmen erreichte die über zwei Millionen Dollar teure Stradivari. Deren Holz kamen im Baujahr 1711 die langen Winter und die kühlen Sommer zugute, die das Holz nur sehr langsam und gleichmäßig wachsen ließen, was als ideale Voraussetzung für ein gutes Klangholz gilt. Dank den vergleichsweise günstigen Rohnheimer Geigen von rund 25.000 Schweizer Franken werden sich nun auch Nachwuchstalente eine Geige mit der Klangqualität einer Stradivari leisten können. AH

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