Gestern Abend berichtete das ARD-Politmagazin „Report Mainz“ über die Mietaussetzungen großer Unternehmen, darunter auch Sonova. Zu Wort kam ein Bäckermeister, der nicht nur eine Bäckerei betreibt, sondern auch zwei Ladengeschäfte vermietet. Diese zusätzliche Einnahmequelle hätte ihm eigentlich durch die Coronakrise helfen können, denn der Bäckerei fehlen nach wie vor die Kunden. Doch seine Mieter leiden ebenfalls unter Umsatzeinbußen. Mit dem einen, dem Inhaber eines Reisebüros, hat er eine Reduzierung der Miete vereinbart. Dieser sei mitten in der Krise, „als nichts mehr ging“, auf ihn zugekommen und habe um ein Gespräch gebeten. Anders verhielt es sich mit dem zweiten Mieter GEERS, eine der größten deutschen Hörgeräteketten, die dem Sonova-Konzern angehört. Mitte März hat der Bäckermeister Post von einem Anwaltsbüro bekommen. Darin habe man ihm angeboten, drei Monate gar keine Miete zu zahlen und anschließend die Miete deutlich zu reduzieren. Dabei seien viele der GEERS-Filialen in den vergangenen Monaten sogar stundenweise geöffnet gewesen, weiß der Geschäftsmann. Neben ihm äußerte sich auch eine Rentnerin, die von Sonova zurzeit ebenfalls um ihre Einnahmen gebracht wird. Für Juni habe sie die Hälfte der Miete bekommen, das hatte sie dem Konzern angeboten. Auf die Mieten für April und Mai warte sie jedoch immer noch. Darüber hinaus interviewte „Report Mainz“ Dr. Volker Geers, langjähriger Geschäftsführer von GEERS. Was gerade unter seinem Namen geschehe, ärgere ihn sehr, so Geers. Sonova versuche jetzt, auf lange Zeit seine Kosten zu senken, einseitig zuungunsten der Vermieter. Die Briefe, die Sonova an die Vermieter geschickt hat, empfinde er als bedrohlich. Darin teilte das Unternehmen mit, dass es in fast allen Ländern signifikante Umsatzeinbrüche erlebe, die es in dieser Form noch nie gab. „Da die Mietzahlungen einen wesentlichen Bestandteil unserer Kosten darstellen, sprechen wir gemeinsam mit den Vermietern über Optionen“, steht in dem Schreiben, auf das die Kamera zoomt. Daher habe man zunächst die Mietzahlungen ausgesetzt. Für Volker Geers ist das eine nicht nachvollziehbare Haltung. Möglich machte die Mietaussetzungen der Deutsche Bundestag, der Ende März ein Gesetz verabschiedete, nachdem Mietern, die wegen der Coronakrise ihre Miete nicht zahlen können, aktuell nicht gekündigt werden darf. Zuvor konnte ein Vermieter einem Mieter, der zwei Monate im Zahlungsrückstand war, fristlos kündigen. Das Video können Sie sich hier anschauen. nr

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