Das zum Schweizer Hörgerätehersteller gehörende Hörakustikfilialunternehmen Geers zahlt aufgrund der Coronakrise seit April keine Miete mehr für seine rund 650 Geschäfte in Deutschland. Das berichtete am 08.04.2020 exklusiv die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) auf ihrer Internetseite. Die Mietzahlung werde auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, heißt es laut der Autoren in einem Brief der Muttergesellschaft Sonova Deutschland vom 30.03.2020, den sämtliche Vermieter erhalten haben. Als Begründung schreibt die Geschäftsführung laut FAZ, dass der Kundenstrom eingebrochen sei. Inzwischen sind auch zahlreiche Filialen des Unternehmens geschlossen, andere bieten mit verkürzten Öffnungszeiten eine Notversorgung. Außerdem sei laut des Briefes für die gesamte Organisation Kurzarbeit angemeldet worden. Wegen der aus den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus resultierenden Umsatzeinbrüche beziehungsweise der Schließung von Fachgeschäften „werden wir die Mieten bis auf weiteres nicht mehr zahlen können“, zitiert die FAZ weiter aus dem Brief. Zudem steht dort, dass Sonova die B&P GmbH & Co. KG als „Partner für alle mietvertragsrelevanten Themen“ beauftragt hat. Das Unternehmen, heißt es abschließend, werde sich „in den nächsten Tagen“ mit den Vermietern in Verbindung setzen.

Ob auch die Miete für die ebenfalls zum Sonova-Konzern gehörenden rund 150 Hörakustikgeschäfte unter der Marke Vitakustik weitergezahlt wird, ist nicht bekannt.

Auch wenn die Aussetzung der Mietzahlungen aufgrund stark geminderter Einnahmen zunächst bis Ende Juni 2020 legitim ist, hatte kürzlich die Ankündigung des umsatzstarken Sportartikelherstellers Adidas zur Aussetzung der Mietzahlung für Empörung gesorgt. Auch der börsennotierte Sonova-Konzern hatte erst Ende März einen positiven Geschäftsausblick vorgelegt: Demnach war das global agierende Unternehmen, zu dem auch der Cochlea-Implantat-Hersteller Advanced Bionics gehört, zuletzt hochprofitabel und verfügt über eine hohe Eigenkapitalquote. Jedoch wurde der Geschäftsausblick beim Umsatzwachstum für das aktuelle Geschäftsjahr von rund neun bis elf Prozent auf rund acht Prozent nach unten korrigiert.

AF

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