Die Zulassung von Hörgeräten, Gehhilfen und anderen Medizinprodukten soll nach Ansicht des Verbands der Ersatzkassen e. V. (vdek) künftig besser kontrolliert werden. »Die Patienten müssen stärker vor fehlerhaften Medizinprodukten geschützt werden«, forderte der vdek-Vorsitzende, Christian Zahn, bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Der Skandal um Brustimplantate eines französischen Herstellers habe gezeigt, dass es in Deutschland an einer angemessenen Schutzregelung fehle. Das Medizinproduktegesetz muss nach Ansicht von Zahn dringend weiterentwickelt werden. Die Hürden für eine Neuzulassung von Medizinprodukten seien bisher zu niedrig. Denn es müsse im Rahmen einer CE-Zertifizierung lediglich nachgewiesen werden, dass Medizinprodukte ihren Zweck erfüllten. Laut Zahn fehlen jedoch klinische Studien zu deren Zweckmäßigkeit oder deren therapeutischem Nutzen. Eine entsprechende Haftpflichtversicherung, wie sie bei Arzneimitteln üblich sei, fehle außerdem. Für Medizinprodukte, die im Körper verbleiben, regte Zahn darüber hinaus ein verpflichtendes bundesweites Register zur Kontrolle an. Nach Angaben des vdek kommen jedes Jahr etwa 400 000 neue Medizinprodukte auf den Markt. 2010 habe die Branche in Deutschland so einen Umsatz von 20 Milliarden Euro gemacht. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Hörgeräte, Gehhilfen, künstliche Gelenke und andere Medizinprodukte hätten im vergangenen Jahr 16,5 Milliarden Euro betragen. zg

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