Foto: AdobeStock/Alexander Raths

Dass längst nicht jeder, der ein Hörgerät benötigen würde, auch eines besitzt, ist in der Hörakustikbranche schon lange bekannt. Das könnte noch problematischer sein als bislang angenommen. Dr. Jennifer Deal und ihre Kollegen von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore, Maryland, haben herausgefunden, dass unbehandeltes schlechtes Gehör bei älteren Menschen mit einer Reihe von Komorbiditäten korreliere, informierte die „Ärzte Zeitung Online“ am 24.11.2018. Das könne auch nicht alleine am Alter liegen, da dieses und diverse weitere Einflussfaktoren rausgerechnet worden seien, heißt es dort weiter. Der Vergleich der Gruppen mit und ohne Hörverlust sei hinsichtlich Demenz und Depressionen zuungunsten der Schwerhörigen ausgefallen. Jedoch sei auch die Gefahr von Knochenbrüchen bei Personen mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit höher, in dieser Gruppe ereigneten sich mehr Stürze und die Herzinfarktrate waren, ebenso wie das Risiko für Schlaganfälle, erhöht. Die Studie könne nicht klären, wie inzidenter, unbehandelter Hörverlust und die gefundenen Begleitkrankheiten ätiologisch zusammenhängen, heißt es dort weiter. Zwar liege es nahe, den Hörverlust als potenzielle Ursache für kognitive Störungen und Depressionen zu betrachten, im Hinblick etwa auf Herzinfarkte oder Schlaganfälle gelinge das aber nicht mehr so leicht, heißt es dort außerdem. Eine Möglichkeit wäre, dass der Hörverlust hier als Begleiterscheinung fungiere. Als eigentliche Ursache kämen vaskuläre Prozesse infrage, die einerseits die Gefäße in Herz und Hirn schädigen und andererseits einen Hörverlust zur Folge haben. Diese gelten außerdem als Komponente, die zur Demenzentwicklung beitragen könne, heißt es dort außerdem. zg/mse

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