Normative Grundlage für eine gute Raumakustik und damit anerkannte Regel der Technik in Deutschland ist die DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen – Anforderungen, Empfehlungen und Hinweise für die Planung“. Diese liegt seit März 2016 in grundlegend überarbeiteter Form vor. Mit der Überarbeitung wurde Veränderungen in der Bautechnik, Verbesserungen bei elektroakustischen Anlagen sowie veränderten gesellschaftlichen Fragestellungen Rechnung getragen. Die neue DIN 18041 ist Pflichtlektüre für Berufsgruppen wie Architekten und Akustikberater. Sie beschreibt für Experten, wie Hörsamkeit im Sinne der akustischen Eignung eines Raumes für eine bestimmte Nutzung geplant werden kann und liefert klare und eindeutige Vorgaben für Räume des Alltages, in denen das gegenseitige Hören und Verstehen von besonderer Bedeutung ist.

Im Februar 2018 wurde von Christian Nocke unter Mitarbeit von Tobias Kirchner, Annika Moll, Reinhard Neubauer und Carsten Ruhe, alle Experten des Normenausschusses, ein Kommentar dazu herausgegeben, der den kompletten Normentext abschnittsweise wiedergibt und mit umfangreichen Hintergrundinfos, Kommentaren, Abbildungen, Berechnungen und Messprotokollen ergänzt.

Dem Kommentar können direkte Verweise zu entsprechenden Vorgaben sowie Hinweise auf weitere gesetzliche Grundlagen, Fachgesellschaften und Betroffenenverbände einschließlich Klangbeispielen entnommen werden. Diese sind sehr hilfreich, wenn gute Argumente für die Realisierung von barrierefreiem und inklusivem Bauen von Räumen und Gebäuden benötigt werden. So kann etwa potenziellen Auftraggebern aufgezeigt werden, ob und inwieweit die für die jeweilige Nutzung geplanten Räume die Anforderungen erfüllen werden. Außerdem wird das Thema Beschallungsanlagen grundlegend aufgegriffen und der Normentext durch Beispiele der wesentlichen zu berücksichtigenden Parameter anschaulich und konkret. Daraus resultierende Maßnahmen lassen sich ebenfalls damit begründen.

Der Kommentar zum Anhang F „Hilfsmittel für Maßnahmen zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit bei Schwerhörigkeit“ liefert wesentliche phonetische Grundlagen zum Verständnis, wie sich Schwerhörigkeit auswirken kann. Es wird umfassend aufgezeigt, was durch technische Hilfsmittel erreicht werden kann und warum eine gute Raumakustik hier noch bedeutsamer ist. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis mit weiteren Quellen ergänzt die Literaturhinweise des Normentextes.

Fazit: Der Kommentar zur DIN 18041 ist ein sehr hilfreiches Instrument für alle, die sich beispielsweise bei Kostenträgern dafür einsetzen wollen, dass Hörsamkeit bereits in der Planungsphase fest verankert wird und die akustischen Bedingungen der Barrierefreiheit dann auch praktisch realisiert werden. Er sollte Pflichtlektüre für alle Berufsgruppen werden, die für die Sicherung von Hörqualität und kommunikativer Barrierefreiheit in Räumen verantwortlich und beratend tätig sind. Der Kommentar inklusive vollständigem Normentext ist mit 62 Euro zwar nicht preiswert, jedoch nicht einmal halb so teuer wie die Norm allein und als Grundlagen- und Nachschlagewerk absolut empfehlenswert.   Barbara Bogner, Hörgeschädigtenpädagogin, Pädagogische Hochschule Heidelberg

Christian Nocke (Hrsg.) Hörsamkeit in Räumen. Kommentar zu DIN 18041, 1. Auflage. Beuth-Verlag, 2018, 147 Seiten, 62 Euro

Das Buch können Sie hier, per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 06221-90509-15 bestellt werden; Bestellnummer ist 49078.

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