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Bei dem Weltwirtschaftsforum in Davos wollen die Eidgenossen unter anderem über die Medical Device Regulation (MDR), Medizinprodukteverordnung) für die Zulassung von Medizinprodukten verhandeln, die in der EU ab dem 26.05.2020 gelten wird, berichtet der „Tages-Anzeiger“. Bisher habe die EU die Schweizer Regulierung als gleichwertig anerkannt: Produkte mit Schweizer Zulassung durften ohne weitere Prüfung in Europa verkauft werden. Doch im Ringen um das institutionelle Abkommen verweigere die EU die Weiterführung des entsprechenden Vertrages mit dem Kürzel MRA. Auf Druck einiger großer MedTech-Firmen wolle der Bundesrat baldige Klarheit darüber schaffen, welche Regeln ab Ende Mai für den Export von Schweizer Produkten in die EU gelten sollen. Die Branche sei wichtig, sie biete 58 000 Arbeitsplätze und erwirtschafte 13,5 Prozent der positiven Schweizer Außenhandelsbilanz. Bisherige Signale aus Brüssel sprächen nicht für eine sanfte Einigung. Sofern die neue EU-Kommission die harte Linie ihrer Vorgängerin fortführen werde, müssten im schlimmsten Fall sämtliche Medizinprodukte aus der Schweiz, auch nach altem Recht zugelassene, ab dem 26.05.2020 die Anforderungen der neuen EU-Verordnungen erfüllen. Dabei müssten die Hersteller nachweisen, dass ihre Produkte denselben Ansprüchen genügen wie solche aus Drittstaaten. Zudem benötigen die Schweizer Hersteller eine Vertretung in der EU. Auch die Sicherheit im Medizinbereich könnte leiden. Dank des alten MRA-Vertrages habe die Schweiz bislang Zugriff auf die europäischen Zulassungsdaten; unter neuer Gesetzeslage sei dies möglicherweise nicht mehr möglich.      Jh

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