Foto: Rainer Sturm/pixelio

Hatte eine Frau im Mittelalter angewachsene Ohrläppchen, galt dies als Beweis dafür, dass sie eine Hexe ist. Es gibt zwei Varianten der Läppchenform: Entweder hängt der fleischige untere Teil des Ohres frei und bildet einen Lappen oder das Läppchens ist mit der Wange verbunden. Wer welche Ohrläppchen hat, ist dabei kein Zufall, sondern eine Sache der Genetik. Das stand in der Onlineausgabe des American Journal of Human Genetics. Die Variante des freien Ohrläppchens wird dominant vererbt. Die Variante für angewachsene Ohrläppchen ist dagegen rezessiv und wird nur dann ausgeprägt, wenn der Nachwuchs von beiden Eltern dieses Allel erhalten hat. Doch stimmt das? Das überraschende Ergebnis: Die Form der Ohrläppchen wird keineswegs nur von einem Gen mit zwei Allelen bestimmt. Stattdessen sind mehrere Gene an diesem Merkmal beteiligt, heißt es in den veröffentlichten Forschungsergebnissen. Hierzu wurden 10 000 Teilnehmer untersucht. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass insgesamt 49 Gene zusammenwirken, um die Form unserer Ohrläppchen zu bestimmen. zg

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