Viele Menschen engagieren sich, um anderen zu helfen. Einer davon ist Torsten Saile, Hörakustikermeister aus Tuttlingen, der sich in Rumänien für die Hörversorgung armer Menschen einsetzt. Dabei stellt er immer wieder fest, wie viel mehr mit zusätzlichen Ressourcen zu schaffen wäre und hofft daher, noch mehr Unterstützer für das Projekt gewinnen zu können.


Gerade in weniger wohlhaben­den Ländern leben Menschen häufig in großer Armut. Vieler­orts wurden daher Hilfsprojekte ins Leben gerufen, um deren Not zu lin­dern. Eines davon, das nun seit sie-ben Jahren besteht, wurde von einer evangelischen Kirchengemeinde in Eigeltingen und Blaubeuren initiiert. Cornelius Oloier und Markus Schnei­der (beide Gemeindemitarbeiter) fah­ren seither jedes Jahr nach Rumänien. Oloier stammt aus der Gemeinde Granicesti im Nordosten Rumäniens. Daher wusste er um die dort weit ver­breitete Not und wollte auch den Men­schen in seiner Heimat helfen. So setz­te er sich dafür ein, dass für Rumänien Hilfspakete zusammengestellt werden, die er selbst dorthin brachte.

Was mit einer Handvoll Pakete anfing, ist inzwischen zu einer größe­ren Hilfsmaßnahme geworden. Über 500 Päckchen pro Jahr, gefüllt mit Le­bensmitteln wie Mehl, Butter, Öl, Scho­kolade und Nudeln, werden überwiegend an ältere Menschen mit einer sehr geringen Rente ausgegeben. Die­se Aktion findet immer zweimal pro Jahr statt: einmal kurz vor Ostern und einmal kurz vor Weihnachten. Zudem wird auch dort Hilfe geleistet, wo sie gerade am dringendsten nötig ist. So wurden beispielsweise die Kosten für die Operation eines Jungen übernom­men, der sonst erblindet wäre.

Auch die Versorgung mit Hörhilfen ist hinzugekommen, für die Torsten Saile verantwortlich ist. Er sagte sofort zu, als sein damaliger Nachbar Markus Schneider ihn fragte, ob er sich in ei­nem Hilfsprojekt in Rumänien enga­gieren und zusammen mit anderen Helfern dort hinfahren wolle. Schließ­lich würde es dort mit Sicherheit auch einige Leute mit Hörproblemen geben, denen er als ausgebildeter Hörakustiker helfen könnte. Zweimal ist er bisher dabei gewesen und hat etwa zehn Menschen mit Hörhilfen versorgt. Bei seinem nächsten Besuch im No­vember sollen weitere folgen. 

Außerdem soll gemäß dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe ein Krankenpfleger auch in der Hörgerätepflege und Nach­sorge eingearbeitet werden. So erhal­ten die versorgten Menschen auch dann einen grundlegenden Service vor allem hinsichtlich der Hörgerätereini­gung, wenn das Hilfsteam aus Deutsch­land gerade nicht vor Ort ist. Beeindruckt ist Torsten Saile von der großen Emotionalität und Dankbarkeit der Menschen, die er mit Hörgeräten versorgt.

Viele von ihnen sind zu Trä­nen gerührt, wenn sie wieder etwas hören und deshalb wieder am sozialen Leben teilhaben können. Als ein Mäd­chen, das von Geburt an hochgradig schwerhörig war, nach der Versorgung mit Hörgeräten auf dem Handy oder im Radio erklingende Melodien wahr­nehmen und nachsummen konnte, war dies ebenfalls ein ganz besonderer Moment für alle Beteiligten. „In solchen Situationen hat man wirklich das Gefühl, helfen zu können und Gutes in der Welt zu bewirken“, erklärt Torsten Saile bewegt.

Um das alles leisten zu können, sind die Helfer allerdings auf Spenden angewiesen. Großer Dank gilt daher den beiden Unternehmen, die Torsten Saile bisher im Bereich der Hörgeräte unterstützen. Christian Honsig, Ge­schäftsführer Vertrieb Deutschland Sivantos GmbH, organisierte die Be­reitstellung von zehn Hörgeräten vom Typ Intuis Pro. 

Melanie Friedmann von der Firma DETAX GmbH und Co. KG unterstützte das Projekt mit großzügi­gen Spenden im Bereich des notwen­digen Zubehöres wie Reinigungsmittel, Abformmaterial, Materialien zur Her­stellung von Otoplastiken, Batterien sowie Reinigungs- und Trocknungszubehör.Weitere Unterstützung durch Unter­nehmen und Privatpersonen ist natür­lich immer gewünscht. Dabei können sowohl Sach- als auch Geldspenden geleistet werden.

Letztere werden je­doch aufgrund der flexibleren Einsatzmöglichkeiten bevorzugt. So kann genau das angeschafft werden, was ge­rade benötigt wird, aktuell beispiels­weise Ultraschallgeräte zur Hörgerätereinigung. Grundsätzlich gilt natürlich: Je mehr Mittel zur Verfügung stehen, desto mehr Hilfe kann geleistet wer­den. Das gilt sowohl für die in Deutsch­land gepackten Hilfspakete, als auch für den Einkauf von benötigten Dingen vor Ort. In Abstimmung mit den Pro­jektinitiatoren besteht zudem die Mög­lichkeit, vor Ort zu helfen.

Weitere Informationen zum Projekt und zu den Möglichkeiten, sich indivi­duell mit seinen Fertigkeiten einzu­bringen, finden Sie auf Facebook unter http://facebook.com/einekleine freude machen/Die christliche Gemeinde in Blau­beuren und Torsten Saile freuen sich über jede Unterstützung!

Monika Seidel

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