Schon die sechs Musiker der Berliner Combo Comedian Harmonists wussten, dass es im Leben nichts Schöneres gibt, als einen guten Freund. Australische Forscher haben nun nachgewiesen, dass soziale Kontakte nicht nur glücklich machen, sie halten auch gesund und verlängern damit das Leben.

Ob Trachtenverein, Religionsgemeinschaft oder Bouleclub: Rentner, die Mitglied in mehreren sozialen Gruppen sind, leben länger und fühlen sich generell wohler als andere Ruheständler. Der menschliche Kontakt habe einen positiven Effekt auf die Gesundheit. Dieser sei sogar ähnlich groß wie regelmäßiger Sport, berichten australische Forscher im Online-Journal BMJ Open.

Damit bestätigen sie einerseits, dass der Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand für manche Menschen mit einer Verringerung der Lebensqualität verbunden ist. Andererseits zeigen ihre Ergebnisse allerdings auch, dass das Wohlbefinden der Betroffenen durch soziale Kontakte verbessert werden kann.

Denn die 424 Menschen im Alter von mindestens 50 Jahren, die an der Studie teilnahmen gaben an, dass sich im Ruhestand nach sechs Jahren mit jedem Austritt aus einem Verein die selbstbewertete Lebensqualität um zehn Prozent verringerte. Das hat auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Probanden.

Wer noch als Arbeitnehmer in zwei Vereinen war und als Rentner beide Mitgliedschaften beibehielt, hatte eine Sterberate von nur zwei Prozent. Wurde ein Verein verlassen, stieg dieser Wert auf fünf Prozent, bei Aufgabe beider Mitgliedschaften lag er bei zwölf Prozent. Diejenigen, die sich nach der Pensionierung einmal pro Woche intensiv sportlich betätigten, hatten eine Sterberate von drei Prozent. Diese stieg bis auf elf Prozent, wenn das Training im Ruhestand aufgegeben wurde.

Die Auswirkungen von regelmäßiger körperlicher Aktivität auf die Gesundheit seien demnach vergleichbar mit einer Vereinsmitgliedschaft. Deshalb sei für Pensionäre besonders wichtig sich neuen sozialen Gruppen anzuschließen, um die verlorenen Gemeinschaften aus der Berufstätigkeit zu ersetzen.

Eine Frage, die die Studie nicht beantwortet hat, ist weshalb viele Rentner ihre Mitgliedschaften in Vereinen aufgeben und sich aus der Gemeinschaft zurückziehen. Eine Erklärung kann der Hörverlust sein, der bei vielen Menschen dazu führt, dass sie nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

zg/epa

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