Mario Adorf ist nicht nur einer der bekanntesten deutschen Schauspieler, er ist auch Hörgeräteträger. Und Unternehmensbotschafter für die Hörsysteme des Herstellers Widex. Während des EUHA-Kongresses stand der große Mime, auch Björn Kerzmann für ein kurzes Interview zur Verfügung.

Hörakustik: Herr Adorf, Sie setzen sich seit 2009 als Botschafter für gutes Hören ein und versuchen, über TV-Spots und andere Medien Menschen mit einer Hörminderung zu einem Hörtest zu motivieren. Haben Sie den Eindruck, dass sich in dieser Zeit die öffentliche Wahrnehmung dieses Themas verändert hat?

Mario Adorf: Durchaus, und ich würde sogar sagen, nicht nur etwas, sondern erheblich. Dadurch, dass die Leute jetzt wissen, dass ich ein Hörgerät trage, hat sich die Art, wie man darüber redet, schon sehr verändert.

Hörakustik: Über Ihr neues Hörsystem, das Widex Dream, haben Sie sich sehr positiv geäußert. Das Hörsystem habe Sie überrascht, weil sich Ihre Stimme wieder so anhöre, wie Sie sie in Erinnerung hatten …

Mario Adorf: Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass ich mich besser und schöner höre als früher! Meine Stimme ist mir jetzt noch präsenter, und das benutze ich natürlich auch, wenn ich Lesungen, Tonaufnahmen oder Filme mache. Ich weiß jetzt selber wieder, wie meine Stimme geklungen hat oder wie sie klingen kann.

Hörakustik: Haben Sie selbst schon die Situation erlebt, dass Ihnen die Höreindrücke über die Hörgeräte zu viel geworden sind – und Sie diese am liebsten in eine Schublade gepackt hätten?

Mario Adorf: Na ja, das ist sicher schon mal vorgekommen, aber jetzt habe ich ein System, das ich anpassen kann. Wenn es ein bisschen zu viel wird, wird es einfach wieder ein bisserl heruntergeschaltet.

Hörakustik: Wenn Sie die Weiterentwicklung der Hörsysteme seit Ihren ersten Geräten betrachten: Woraus haben Sie für sich den größten Nutzen gezogen?

Mario Adorf: Was ich als besonders wichtig empfinde ist, dass ich Musik wieder hören kann. Über Jahre konnte ich keine Musik mehr genießen, weil ich sie gar nicht richtig wahrgenommen habe. Das kam für mich nur verzerrt an.

Hörakustik: In der Vergangenheit gab es immer wieder Prominente, die ihre Vorbildfunktion verloren haben. Besteht die Gefahr, dass bekannte Persönlichkeiten wie Sie, die für wichtige gesellschaftliche Anliegen werben, mit Ihrer Botschaft in der Öffentlichkeit nicht mehr durchdringen?

Mario Adorf: Ich persönlich nehme meine Vorbildfunktion, so ich sie habe, nicht so ernst. Ich will kein Vorbild sein, und ich habe nicht daran gearbeitet, ein Vorbild zu sein. Wenn ich eins geworden bin, muss ich trotzdem damit sehr vorsichtig umgehen.

Hörakustik: Vielleicht abschließend die Frage: Gibt es noch offene Wünsche, in welcher Hinsicht Hörsysteme noch besser werden könnten als sie es bisher sind?

Mario Adorf: Na ja, vielleicht wird es eines Tages keine mehr geben, und sie werden ohne Probleme eingepflanzt, oder es wird andere Möglichkeiten geben. Ich meine, der Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Aber im Moment merkt man doch, wie sehr immer an diesen kleinen Schritten, an diesen kleinen Fortschritten gearbeitet wird. Und das ist sehr positiv.

Worauf Adorf bei der Betreuung durch einen Hörakustiker besonderen Wert legt, welche Erfahrungen er in seinem Beruf mit Schwerhörigkeit gemacht hat und was er von Inklusion hält, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der "Hörakustik".

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