Foto: Privat

Die Entwicklung vieler Produkte wird durch technologische Trends beeinflusst. Eine jener Strömungen, die sich in den letzten Jahren aufgetan haben, ist „künstliche Intelligenz“, auch maschinelles Lernen genannt. Dieser Themenkomplex ist mit vielfältigen Erwartungen verbunden. Marc Aubreville wirft einen Blick hinter die Fassade, um dessen Potenzial und den möglichen Nutzen in der Hörgeräteversorgung bewerten zu können.

In Hörgeräten basieren bereits seit vielen Jahren verschiedene Algorithmen auf maschinellem Lernen. Doch beim Erlernen der Vorlieben des Nutzers gab es Limitierungen aufgrund der eingeschränkten Nutzerinteraktion am Hörgerät. Mittels einer Smartphone-App kann sich der Hörgeräteträger wesentlich präziser äußern. Zudem ist das Smartphone in jeder Situation verfügbar und schafft somit die Möglichkeit, Probleme der Nutzer in genau der Situation zu analysieren, in der sie auftreten. Die dadurch signifikant gesteigerte Datenqualität führt zu besseren Ergebnissen beim maschinellen Lernen. Die Verknüpfung von individuellen Problembeschreibungen und spezifischen akustischen Situationen schafft eine solide Grundlage für die retrospektive Analyse des Hörakustikers in der Nachanpassung.

Marc Aubreville studierte Elektro- und Informationstechnik mit dem Schwerpunkt biomedizinische Technik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Nach dem Diplom 2009 ging er zur Sivantos GmbH, um dort in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung die Signalverarbeitung im Hörgerät voranzutreiben. Seine primären Themenfelder waren zunächst Signalverarbeitungsalgorithmen sowie automatische Steuerungssysteme für Hörgeräte und Algorithmen zur akustischen Szenenklassifikation. 2016 übernahm er als Systemarchitekt eine neue Rolle innerhalb des Unternehmens mit den Schwerpunkten Schnittstellen, Signalverarbeitung und maschinelles Lernen. Daneben ist er seit 2016 am Lehrstuhl für Mustererkennung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wissenschaftlich tätig, um im Bereich der medizinischen Bilderkennung und des maschinellen Lernens zu forschen.

Der Vortrag „Überall künstliche Intelligenz? Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für Hörgeräteanwendungen“ findet am Freitag, 18.10.2019, von 11.30‒12 Uhr statt.    EUHA/nr

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