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Siegrid Meier von der Akademie für Hörakustik widmet sich dem Thema „Empowerment im Rahmen einer Hörbeeinträchtigung: Nur, wenn die Technik nicht mehr weiterhilft?“. Die Anpassung von Hör- und Hörassistenzsystemen hilft, die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern, kann aber die ursprüngliche Hörfunktion nicht wiederherstellen. Besonders in schwierigen akustischen Situationen wie zum Beispiel in störgeräuschvollen oder halligen Räumen ist es weiterhin anstrengend, Gesprächen zu folgen. Es verbleibt ein Hörverlust, der eine gleichberechtigte Teilhabe im Alltag verhindert. Empowerment beschreibt Strategien und Maßnahmen, um ressourcenorientierte Hilfestellungen für den Alltag an die Hand zu geben. Ein Empowerment-Programm für Hörgeschädigte beinhaltet unter anderem, Kenntnisse über Art und Auswirkungen der Hörschädigung zu vermitteln, über technische Hilfsmittel und Kommunikationstaktik zu informieren sowie das Erkennen von Grenzen und den Einsatz von Kompensationsstrategien aufzuzeigen. Es konnte mit Edukationsmaßnahmen auch das Trageverhalten verbessert werden.

Empowerment-Programme finden in stationären, seltener in ambulanten Reha-Maßnahmen statt. Diese Maßnahmen werden jedoch nicht regelmäßig von den Hörbeeinträchtigten wahrgenommen. Einen Ausweg kann ein direkt beim Hörakustiker durchgeführtes Basisprogramm als niedrigschwelliges Angebot sein.

Siegrid Meier ist seit 1993 Dozentin für Fort- und Weiterbildung an der Akademie für Hörakustik. Sie unterrichtet in der Meisterausbildung im Bereich Audiologie und Hörsystemanpassung. Für die Spezialbereiche Tinnitus, Rehabilitation, implantierbare Hörsyteme und Pädakustik führt sie Seminare und Workshops durch.

Der Vortrag „Empowerment im Rahmen einer Hörbeeinträchtigung: Nur, wenn die Technik nicht mehr weiterhilft?“ findet am Freitag, 18.10.2019, von 15.30‒16 Uhr statt.

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