Kaum zu glauben: Eben noch büffelten sie für die Prüfungen, nun sind die ehemaligen Auszubildenden der Hörgeräteakustik frisch gebackene Gesellen! Exakt 540 junge Hörakustiker wurden Ende Juli nach der diesjährigen Sommergesellenprüfung freigesprochen. Dieses ganz besondere Ereignis wurde sowohl auf dem Lübecker Hörakustikcampus als auch bei der offiziellen Freisprechung in der Musik- und Kongresshalle ausgiebig gefeiert.

An einem Samstagmorgen um 7.30 Uhr gehören junge Erwachsene in ihr Bett, wo sie sich die vorangegangene Woche oder auch die letzte Nacht aus den Knochen schlafen. Nicht jedoch, wenn der Samstag der Tag der Gesellenfreisprechung in Lübeck ist – und die jungen Erwachsenen die Auszubildenden der Hörgeräteakustik sind, die diesem Tag seit drei Jahren entgegenstreben.

Dann nämlich drängen sie sich in den Fluren der Akademie für Hörgeräte-Akustik (AHA) in der Bessemerstraße im Süden Lübecks, wo sie nach und nach erfahren werden, ob sie in der Sommergesellenprüfung erfolgreich waren. Einzeln werden sie in die diversen Räume gerufen, in denen die Lehrer und Prüfer ihnen eröffnen, ob die drei Jahre des Arbeitens in den Ausbildungsbetrieben und Lernens an der Landesberufsschule für Hörgeräteakustiker (LBS) gekrönt werden durch die Übergabe des Gesellenbriefes – oder ob sie für einen weiteren Versuch antreten müssen.

Die Stimmung in den AHA-Gebäuden ist besonders an diesem 25. Juli. Einige der Auszubildenden sind in Festtagskleidung gekommen, später werden sie die feierliche Freisprechung in der Lübecker Musik- und Kongresshalle (MuK) besuchen; andere schlurfen in T-Shirts, Shorts und Turnschuhen durch die Flure der Häuser A und E. Die Luft ist stickig, manche der Wartenden sitzen auf dem Fußboden und starren regungslos vor sich hin, einige können kaum stillstehen vor Aufregung und albern mit ihren Klassenkameraden herum. Vor den Gebäuden stehen die Verwandten und Freunde und warten auf die, die ihre Ergebnisse bekommen haben und nach draußen an die frische Luft eilen, wo der Himmel nach einer durchregneten Nacht nun doch noch aufgerissen ist.

„Sie hat ihn gekriegt, sie hat ihn gekriegt!“ Mit diesem Ausruf wird eine der frisch gebackenen Gesellinnen draußen vor Haus A begrüßt, sie wedelt kreischend mit einem DIN-A4-Blatt samt Klarsichthülle in der Luft herum. Mehrere junge Frauen fallen sich in die Arme, das Kreischen ist nun mehrstimmig. Die Umstehenden lachen und freuen sich mit der strahlenden Hörakustikerin; das herumgeschwenkte Blatt ist der Gesellenbrief.

Wer diesen nicht bekommen hat, hält stattdessen ein anderes Schreiben in den Händen: die Prüfungsergebnisse, die leider nicht für das Bestehen ausreichten. In diesem Jahr sind es 171 von 711 angetretenen Auszubildenden, die es am Ende nicht geschafft haben, was einer Durchfallquote von etwa 24 Prozent entspricht. Freudentränen und solche der Enttäuschung fließen parallel an diesem Samstagmorgen auf dem Hörakustikcampus.

Den gesamten Beitrag zur Gesellenfreisprechung inklusiver zahlreicher Bilder gibt es im aktuellen Heft. Hörakustik - einfach mehr wissen.

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