Foto:Carlos Duque Afonso/privat

Die beiden Göttinger Neurowissenschaftler Dr. Lina María Jaime Tobón und Dr. Alexander Dieter sind für ihre herausragenden Dissertationen auf dem Gebiet der Neurowissenschaften mit dem „Otto Creutzfeldt PhD Award“ ausgezeichnet worden. Lina Jaime Tobón erhielt den Preis für ihre Arbeit zum Thema „Molecular physiology of sound encoding“, in der sie die hochspezialisierten Bandsynapsen der Haarsinneszellen des Innenohrs studiert hat. Durch simultane elektrophysiologische Untersuchung der prä- und postsynaptischen Zellen konnte die synaptische Übertragung auf dem Niveau einzelner aktiver Zonen mit höchster Präzision untersucht werden. Die so gewonnenen Ergebnisse erweitern das Wissen zu den molekularen Grundlagen des Hörens und der synaptischen Kodierung des Schalls.

Alexander Dieter wurde für seine Arbeit zum Thema „Towards Optical Cochlear Implants: Behavioral and Physiological Responses to Optogenetic Activation of the Auditory Nerve“ ausgezeichnet, die sich mit den optogenetischen Ansätze zur Wiederherstellung des Gehörs beschäftigte. Dieter konnte zeigen, dass die optogenetische Stimulation des Hörnervs die Hörfunktion bei Nagetieren wiederherstellt und dass die optogenetische Stimulation eine höhere spektrale Selektivität erreichen kann als die konventionelle elektrische Stimulation. Diese neuen Erkenntnisse tragen maßgeblich dazu bei, eine neue Generation von Cochlea-Implantaten zur Wiederherstellung des Gehörs bei Schwersthörigen zu entwickeln.

Der „Otto Creutzfeldt PhD Award“ wird alle zwei Jahre vergeben. Der Preis ist seit diesem Jahr mit jeweils 500 Euro dotiert und wird von der Firma Sartorius stedim gestiftet. Die Ehrung der Preisträger fand im Rahmen der internationalen Fachtagung „NEURIZONS“ am 27.05.2020 in Göttingen statt. Aufgrund der aktuellen Situation musste sie als virtuelle Konferenz online stattfinden. zg

 

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