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Entscheidung des Monats

Foto: Gudrun Porath

Als es um kognitiv gesteuerte Hörsysteme ging, war das Interesse groß. Plötzlich gab es in Raum Kopenhagen keinen Platz. In rasanter Geschwindigkeit leitete Jörg Ellesser, Leiter der Audiologie Süd bei Oticon, von der Historie des Hörgeräteherstellers als audiologisch getriebenes Unternehmen über in die Zukunft kognitiv gesteuerter Hörgeräte, die mittels der Analyse großer Datenmengen (Big Data) und Vernetzung zur Multisensorenplattform für unterschiedliche Zwecke werden. Die audiologische DNA von Oticon sei von Menschen getrieben und von Menschen definiert, führte Ellesser als Begründung für die mittlerweile in globalen Netzwerken stattfindende Forschung an. Allein in Eriksholm, einem Forschungszentrum nahe Kopenhagen, beschäftigen sich für den Konzern seit vielen Jahren bis zu 70 Forscher mit kognitiver Hörverarbeitung sowie psychologischen und medizinischen Aspekten. Mit Erfolg, so Ellesser: „Von Oticon kam das erste automatische Hörgerät der Welt, das erste digitale Hörgerät der Welt, das erste binaurale Hörgerät der Welt und auch vor drei Jahren der neue Ansatz, auf Richtmikrofone und auf Situationsautomatiken zu verzichten, um 360 Grad natürlich zu stimulieren, wie unsere Kognition agiert.“ Dabei sei die Integration der Schwerhörigen im Alltag, mit allen unterschiedlichen, zum Teil sehr komplexen Anforderungsprofilen und steten Veränderungen die wesentliche Motivation für den Fortschritt. Bis in die 1990er-Jahre habe man sich sehr stark auf das periphere Hören konzentriert, auf das, was im Ohr passiere. Seit den 2000er-Jahren sehe man eher in Richtung des Gehirnes. Aus diesem Prozess heraus habe man sich auf vier Fragen konzentriert:

  • Wie ist die Lokalisierung umzusetzen und zu optimieren?
  • Wie gelingt die Trennung zwischen Sprache und Lärm sowie die laterale Inhibition?
  • Wie lässt sich die Quelle fokussieren?
  • Wie ist die Quelle zu dekodieren? (Was bedeutet es, was ich höre?)

Die für die Entwicklung entsprechender Algorithmen nötigen Daten liefern unter anderem die Hörgeräte selbst. Sie dienen als Multisensorenplattform, über die zum Beispiel Elektroenzephalografie(EEG)-Ströme gemessen werden, die über die Aktivität des Gehirnes in verschiedenen Hörsituationen oder gesundheitlichen Zuständen Auskunft geben. Weitere Daten liefern die Einstellung der Hörgeräte und das Nutzerverhalten. „Self Fitting und Self Learning in einer bestimmten Form wird kommen“, stimmte der Oticon-Hörexperte die Hörakustiker auf die Zukunft ein. Aufgabe des Hörakustikers bleibe es, das Hörgerät anzupassen. „Sie werden die Dynamik anpassen und die adaptiven Parameter einstellen.“ Aber den letzten Schritt, auf was sich der Kunde konzentriere, was er wahrnehmen wolle, das werde über ein Biofeedback oder einen Self-Learning-Algorithmus vom Hörgerät selbst eingestellt. „Das ist im Prinzip vom Algorithmus her schon fertig“, sagte Ellesser.

Der Traum von Oticon sei das perfekte Hören. Mit  erweiterten Höralgorithmen (Augmented Algorithm) werde man daran arbeiten, konkurrierende Sprecher besser zu isolieren und die Einstellung der Hörsysteme durch Datenanalysen (Big Data) zu optimieren. Man werde Hörsysteme erleben, die mehr könnten, als nur Hörgerät oder Hörverstärker zu sein. Hörgeräte würden der Gesundheitsvorsorge dienen, als persönliche Assistenten wirken, ein Lifestyleprodukt sein. Dafür investiere Oticon 120 Millionen Euro im Jahr in Forschung und Entwicklung. Ellessers Fazit: „Um innovative Hörsysteme zu entwickeln, ist es wichtig, die Komplexität der auditiven und kognitiven Prozesse mit einzubeziehen. Dazu brauchen wir zusätzlich Visionen, eine unabhängige, permanente Forschung sowie einen audiologisch getriebenen Freigeist und maximale Nutzerorientierung.“     Gudrun Porath

 

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