Oldenburger Forschung „im Auftrag Ihrer Majestät“

James Bond, der bekannteste britische Geheimagent, rettet alle Jahre wieder die Welt vor Schurken und Spitzbuben, die den Planeten ins Chaos stürzen wollen. Doch die adrette Montur ist quasi Dienstkleidung, ebenso der geschüttelte Martini und das Verführen schöner Frauen. Alles im Dienste Ihrer Majestät, der Königin von England, Elisabeth II. Ob Oldenburger Forscher dem Doppel-Null-Agenten nun Konkurrenz machen?

Denn quasi im Auftrag der Königin sind Expertenteams für Audiosignalverarbeitung um Professor Dr. Simon Doclo und Professor Dr. Timo Gerkmann von der Universität Oldenburger sowie die Projektgruppe des Fraunhofer-Institutes für Digitale Medientechnologie in diesem Jahr zu der renommierten Londoner Wissenschaftsschau „Summer Science Exhibition“ der Royal Society eingeladen worden.

Sie präsentieren als Partner im internationalen Forschungsprojekt DREAMS einer erwarteten fünfstelligen Besucherzahl die „Interaktion mit Klang in einer dreidimensionalen Welt“. Das Projekt DREAMS – die Abkürzung steht zu Deutsch für „Nachhallunterdrückung und Nachhall von Audio, Musik und Sprache“ – ist eines von insgesamt 22 Projekten, die die Royal Society in diesem Jahr ausgewählt hat.

Neben den Oldenburger Wissenschaftlern sind die Universitäten Leuven (Belgien) und Aalborg (Dänemark), das Imperial College London sowie mehrere Industrieunternehmen an dem Projekt beteiligt. Ihr Ziel ist es, wissenschaftliche Verfahren zur Unterdrückung von Nachhall und Störgeräuschen möglichst schnell in Produkte wie zum Beispiel Hörgeräte oder Smartphones zu überführen, um sowohl das Sprachverstehen als auch die automatische Spracherkennung in komplexen akustischen Umgebungen zu verbessern.

„Die Einladung nach London ist ein Zeichen für die Wertschätzung der Forschung im Projekt DREAMS“, sagt Simon Doclo. „An der Nachhallunterdrückung wird seit rund zehn Jahren gearbeitet, aber die neu entwickelten statistischen Methoden haben einen Durchbruch ermöglicht.“ Die „Summer Science Exhibition“ mitten in London – nahe St. James’ Park und Downing Street – beginnt heute, 30. Juni, und dauert noch bis Sonntag, 5. Juli. Der Eintritt ist frei.

Am DREAMS-Ausstellungsstand können Besucher an einem Computer ausprobieren, wie sich verhallte Umgebungen anhören – und wie Störgeräusche und Nachhall verschwinden, wenn vom Doclo-Team mitentwickelte Algorithmen, also Rechenvorschriften, eingeschaltet werden. Zu den Exponaten zählt auch ein Roboter, der auf Sprachbefehle hört – und je nach Hall unterschiedlich gut reagiert. Das würde bestimmt auch den kauzigen Q, der James Bond immer seine Geheimwaffen bastelt, interessieren…

epa/zg

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