Behandlungsfehler durch schlechte Kommunikation

Udo Kroener/FotoliaLaut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden jedes Jahr rund 43 Millionen Patienten weltweit falsch behandelt. In sieben bis 23 Millionen Fällen sind die Fehler auf eine schlechte Kommunikation zurückzuführen. Ein intensiver Austausch zwischen Ärzten und Patienten könnte Missverständnisse reduzieren und so zu einer angemessenen Behandlung beitragen oder sogar Leben retten, teilt das Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. aus Anlass des „Internationalen Tag der Patientensicherheit“ am 17. September mit. Nach Ansicht der Professorin für Kommunikationswissenschaften an der Universität Lugano in der Schweiz, Professorin Dr. Annegret F. Hannawa, ist gerade aus diesem Grund im Gesundheitswesen eine Kommunikation auf Augenhöhe besonders wichtig. Dafür sei jedoch eine gemeinsame Kommunikationsbasis erforderlich, die den Stress, die Emotionen sowie die verschiedenen Hintergründe der Beteiligten überbrücken würde. Jedoch „sollte nie davon ausgegangen werden, dass ein bereits durchgeführter Austausch auch zu einem gemeinsamen Verständnis geführt hat“, warnt die Expertin. Dieses werde sich erst im Laufe der Gesprächsführung einstellen. Zu beachten ist, dass sowohl das kognitive Verständnis als auch das akustische gleich gut gewährleistet ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Patienten mit Hörminderungen gut angepasste Hörsysteme nutzen oder auf Dolmetscher zurückgreifen können. Innerhalb einer Kommunikation sollte zudem auf die Vollständigkeit, Richtigkeit und Eindeutigkeit der vorliegenden Informationen geachtet werden. Unklarheiten sollten gleich beseitigt werden, indem im Gespräch beispielsweise der Kontext ergänzt werde. Generell sollte das Gespräch taktvoll geführt werden und der Situation angemessen sein. Professorin Hannawa rät, möglichst zielführend auf die Bedürfnisse des Gesprächspartners, verbale wie nonverbale, einzugehen. zg

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