Neuer Streit um Sachleistungsprinzip in Frankreich

Der Republikanische Marsch. @Foto: sébastien amiet;lSachleistungsmodell statt Kostenerstattungsmodell – dieser geplante Wechsel sorgt schon länger für Ärger bei niedergelassenen Ärzten in Frankreich. Die jetzige Regierung geht diesen Schritt auch gegen den Willen der Ärzte.

Das Modell werde am 01.12.2017 in Kraft treten, hieß es. Einige Ärzteverbände in Frankreich drohen ab Herbst mit Streiks. Zwar hatte der nationale Verfassungshof das umstrittene Sachleistungsmodell, das die Regierung gegen den Widerstand der Ärzteschaft einführen wollte, noch im Januar 2017 für verfassungswidrig erklärt. Der jetzige Entwurf sieht vor, dass Ärzten, die trotzdem nach Kostenerstattungsmodell weiterarbeiten, im Gegensatz zum früheren Entwurf keine Strafe mehr droht. Jedoch haben Patienten künftig das Recht, den Arzt erst nach der Rückerstattung durch die Kasse zu bezahlen. Der-zeit bieten bereits viele Ärzte ihren Patienten diese Möglichkeit als freiwillige Leistung an. Seit Jahren lehnen Ärzte in Frankreich das Sachleistungsmodell ab, weil sie es für zu bürokratisch und zeitraubend halten. Zudem weigern sich Ärzte, bei unversicherten Patienten oder solchen, die gefälschte Dokumente vorlegen, das finanzielle Risiko selbst tragen zu müssen, wenn die Kasse die Kostenübernahme nach der Behandlung ablehnt. zg/epa

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